ein.klang.wien, Karlheinz Essl - „Gold.Berg.Werk”
Samstag, 29. Oktober 2011, 19:30 Uhr
„Gold.Berg.Werk”
Filterbau GesmbH, Pestalozzi-Straße 3, Waidhofen/Ybbs
ein.klang.wien, Karlheinz Essl
Christina NeubauerVioline
Martin KraushoferViola
Eva LandkammerVioloncello
Karlheinz EsslLive Elektronik
Komponist und Klangtüftler Karlheinz Essl hat sich mit Bachs „Goldbergvariationen“ beschäftigt und daraus ein „Gold.Berg.Werk“ generiert. Das Streichtrio ein.klang.wien orientiert sich an der Fassung für Streichtrio. Karlheinz Essl durchwirkt Bachs Variationen mit Live-Elektronik und ätherischen Klangprojektionen. Ein kontrapunktischer Abschied von einer alten „Industriekathedrale“. Bei freiem Entritt sind die Besucher Gäste der Firmenleitung, deren Credo lautet: „Veränderung bedeutet Entwicklung“. Nach dem Konzert wird das Gebäude abgerissen. Last call!

Mit freundlicher Unterstützung der duomet GmbH

 

Karlheinz Essl


Karlheinz Essl wurde am 1. August 1960 in Wien geboren. Nach einer Ausbildung zum Chemie-Ingenieur studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien (der ehem. Wiener Musikhochschule) Tonsatz bei Alfred Uhl, Kontrabaß bei Heinrich Schneikart, Komposition bei Friedrich Cerha und Elektroakustische Musik bei Dieter Kaufmann . Sein Studium der Musikwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien schloß er 1989 mit einer Dissertation über Das Synthese-Denken bei Anton Webern ab.
Essl begann als Kontrabassist in verschiedenen Kammermusik- und experimentellen Jazz-Ensembles. Parallel dazu setzte er sich mit mittelalterlicher Musik und Fragen der Aufführungspraxis auseinander. Besonderes Augenmerk gilt der Untersuchung über die Fomalisierbarkeit musikalischer Prozesse (Computer Aided Composition). Die theoretische und praktische Aufarbeitung serieller Denkansätze brachten ihn in engen Kontakt mit Gottfried Michael Koenig und führten schließlich zur Entwicklung von verschiedenen Software-Environments für computergestützte Komposition.

Zwischen 1990 und 1994 wirkte Karlheinz Essl als "Composer in Residence" bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Zwischen 1992-1993 arbeitete er an einem Kompositionsauftrag des IRCAM in Paris und entwickelte dort eine Software-Bibliothek für algorithmische Komposition. Von 1995-2006 unterrichtete er "Algorithmic Composition" am Studio for Advanced Music & Media Technology (SAMT ) der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Seit 1993 kuratiert er als Musikintendant des Essl MuseumsKonzerte mit Neuer und improvisierter Musik.

Ab WS 2007/2008 hat Karlheinz Essl eine Kompositionsprofessur für elektro-akustische und experimentelle Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien inne.

Werke von Karlheinz Essl werden bei den wichtigsten internationalen Festivals aufgeführt und sind bei der Universal Edition (Wien), Breitkopf & Härtel (Wiesbaden) undTONOS (Darmstadt) verlegt. Daneben pflegt er die interdiszipläre Zusammenarbeit mit anderen Kunstsparten, Radiokunst und Musikinstallationen.

Neben Instrumentalwerken und Kompositionen mit Live-Elektronik auch Realtime-Kompositionen, Improvisationskonzepte, Klanginstallationen, "site"-spezifische Musik- und Raum-Performances sowie Internet-Projekte. Ständige Auftritte als Live-Performer mit seinem selbstentwickelten computerbasierten Meta-Instrument m@ze°2 (Modular Algorithmic Zound Environment) im Bereich von New Electronic Musik und freier Improvisation.

Außerdem ist Essl auch als Musikschriftsteller tätig und veröffentlicht vorwiegend Aufsätze zur zeitgenössischen Kompositionstheorie. Zwischen 1991 und 1993 war er Chefredakteur von ton - der österreichischen Zeitschrift für Neue Musik. Bereits seit 1994 beschäftigte er sich mit dem Design von HTML-Dokumenten im World-Wide Web.